Secta

Seit einiger Zeit füllen immer mehr True-Crime-Podcasts meine Playlist. Und in gewissem Sinne gehört auch Secta in diese Kategorie.

Worum’s geht: Secta befasst sich (in eigenen Worten) mit „Sekten und religiösen Sondergemeinschaften“. In den bisher produzierten acht Folgen waren unter anderem die Aum-Sekte, die Moon-Bewegung und (zuletzt) die Manson Family Thema.

Wer’s macht: Der Podcast ist ein Ein-Mann-Projekt von Fabian Maysenhölder, einem studierten evangelischen Theologen – was ab und an zu interessanten Kommentaren über die Glaubensgrundsätze der Sekten führt.

Wie’s abläuft: Da die meisten der bislang vorgestellten Sekten mit einem „großen Knall“ (einem Massen[selbst]mord oder einem Terroranschlag) abgegangen sind, führt jede Vorstellung zwangsläufig auf dieses Ereignis hinaus. Auf dem Weg dahin werden der/die Sektenführer vorgestellt, die Glaubensprinzipien erläutert und die Entwicklung nachgezeichnet. Das passiert auf sehr fundierte Weise und ist manchmal sogar an passenden Stellen mit einem Musikbett unterlegt.

Wie’s ist: Secta ist ein extrem hochwertig produzierter Podcast, der selbst denjenigen, denen das Wirken einer Sekte bekannt ist, noch neue Informationen liefert. Das Ganze passiert sehr strukturiert und zuweilen sogar spannend – zu empfehlen wäre da vor allem Episode zwei, die sich mit Heaven’s Gate befasst.

Übrigens hat Fabian zuletzt seine Hörer dazu aufgerufen, ihm eigene Erfahrungen mit Sekten zukommen zu lassen. Das kann in Audio- oder in Textform geschehen, Fabian will dann, wenn mehrere Erfahrungsberichte zusammengekommen sind, eine spezielle Hörerfolge daraus machen.

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Wasting Away

Gute Filme in den Himmel loben kann jeder. Eine echte Herausforderung ist es aber, regelmäßig so richtig schlechte Filme zu schauen und kompetent drüber zu reden – so wie es die beiden Jungs vom Podcast Wasting Away tun.

Worum’s geht: Um schlechte Filme. Aber nicht einfach um Blockbuster, die ein paar Millionen zu wenig an den Kinokassen eingenommen haben, sondern um amtlichen Trash. Wie etwa „Manos: The Hands of Fate“, „Birdemic“ oder „Sharknado“.

Wer’s macht: Hinter Wasting Away stehen Sebastian Moitzheim und Oliver Lysiak. Sebastian ist Social-Media-Redakteur bei Giga und beim Podcast Der Perser und die Schwedin dabei. Und Oliver a.k.a. Batz schreibt Filmrezensionen für Fünf Filmfreunde, ist Chefredakteur der Videoproduktion von Moviepilot und treibt sich außerdem auf YouTube mit einem eigenen Kanal herum.

Wie’s abläuft: Am Anfang jeder Episode besprechen Sebastian und Batz ein paar der Filme und Serien, die sie seit Aufzeichnung der vorangegangenen Folge gesehen haben. Allein dieser Teil ist zuweilen schon ziemlich witzig, weil sich die Meinung der beiden selten mit der der breiten Öffentlichkeit deckt und sie sich ab und an über vermeintlich gute Filme aufzuregen. Dann gibt es eine (im Podcast natürlich nicht hörbare) Pause, in der die beiden den vorher ausgewählten Trash-Film anschauen, um ihn dann zu besprechen. In einer ausführlichen Inhaltsbeschreibung werden dann alle Absurditäten, Unzulänglichkeiten und Logiklöcher auseinandergenommen.

Wie’s ist: Hat man eine der bisher 46 Folgen von Wasting Away gehört, dann muss man sich den Trash-Film eigentlich gar nicht mehr ansehen – so ausführlich und anschaulich reden Sebastian und Batz darüber. Manchmal lohnt es sich aber doch, wenn es etwa um visuelle Dinge geht, die nur schwer zu beschreiben sind. Unterhaltsam sind die Filmbeschreibungen auf jeden Fall, zumal sich die beiden Macher mit fortschreitender Aufnahmezeit immer mehr über den Film lustig machen. Am Ende der Episode geben sie ein Urteil ab, ob es sich trotz geringer Qualität trotzdem lohnt, den Film anzuschauen.

Wasting Away kann man auf Soundcloud hören, auf iTunes abonnieren und über die Fünf Filmfreunde abrufen. Es lohnt sich, sämtliche Folgen nachzuhören, weil zumindest der zweite (der Trash-Film-Besprechungs-)Teil zeitlos ist. Leider gab es seit Ende März keine neuen Episoden mehr, ich hoffe, dass es sich nur um eine verlängerte Pause handelt.

Edit vom 4. August 2016: Leider erfuhr ich gerade von Batz per Twitter, dass das Projekt beendet ist.

Den macht sogar meine Oma

Da draußen gibt es einige sehr analytische Podcasts zum Thema Fußball, in denen Spiele und -züge akribisch auseinandergenommen werden. Und dann gibt es auch Den macht sogar meine Oma.

Worum’s geht: Um Fußball. Und zwar nicht unbedingt ums Tagesgeschehen, sondern um all die Skurrilitäten, die abseits des Platzes passieren. Wer also nicht wissen will, wer vor dem entscheidenden 2:1 ausgerutscht ist, sondern warum die Spieler des AC Mailand vor Anpfiff einen Haka tanzen, der sollte sich den Podcast anhören.

Wer’s macht: Für den Podcast verantwortlich sind Stefan und Nick. Letzterer ist auch beim Podcast Die Wochennotiz dabei.

Wie’s abläuft: Innerhalb einer knappen Stunde besprechen Stefan und Nick alles, was seit der vorangegangenen Folge in der bunten Fußballwelt passiert ist. Dabei halten sie sich mehr oder weniger strikt an Kategorien wie „Neues von den Spielerfrauen“ oder „Willkommen im Café King“. Im Mittelteil gibt es das Segment „Einwurf“, in dem ein Fußballfan zu seinem Club interviewt wird. Derzeit wird überlegt, die Kategorie „Aus dem Alltag von Messi und CR7“ zu ändern, weil Kevin Großkreuz und Zlatan Ibrahimović abseits des Platzes einfach die besseren Geschichten liefern als Messi und Ronaldo. Idealerweise kommt einmal im Monat eine neue Folge von Den macht sogar meine Oma, seit Juli 2015 sind so inzwischen neun Episoden (plus Nullnummer) zusammengekommen.

Wie’s ist: Vor allem sehr witzig, weil die beiden Macher den Fußball alles andere als ernst nehmen. Da wird gerne mal von einer Nebensächlichkeit zur nächsten abgeschweift – Hauptsache, es rollt nicht aus Versehen ein Ball durchs Audio-Bild. Für Fußball-Analysten ist das nichts, für -Fans, die das -Business nicht allzu ernst nehmen, umso mehr.

Fortsetzung folgt

Neben dem Podcast-Hören sind Serien eine meiner großen Leidenschaften. Wie praktisch, dass es einige empfehlenswerte Serien-Podcasts gibt. Einer von ihnen ist Fortsetzung folgt.

Worum’s geht: Nicht schwer zu erraten: In Fortsetzung folgt geht es um Serien. Für jede der Episoden, die üblicherweise jeden zweiten Freitag erscheinen, suchen die Macher drei aktuelle Serien aus und besprechen sie. Angesichts der großen Menge an Serien, die prodziert werden, beschränkt sich die Besprechung häufig auf die Pilotenfolge, manches Team-Mitglied hat aber gerne schon mal mehr Folgen geschaut und weiß über die langfristige Qualitätsentwicklung zu berichten.

Wer’s macht: Hinter Fortsetzung folgt steht ein Team von vier Personen, nämlich die Brüder Daniel und Alexander sowie Eric und Annemarie. Unüberhörbar kommen sie alle aus Thüringen (meiner Heimat!) und haben zu Zeiten der Serie „Lost“ den Podcast Lost Unlocked gemacht. Die Episoden sind noch online, sollte also jemand „Lost“ nachholen, kann er begleitend in Lost Unlocked reinhören. Daniel betreibt neben Fortsetzung folgt auch den Podcast Comic Review, und Eric kennt man vom Kinocast.

Wie’s abläuft: Eine Episode von Fortsetzung folgt startet üblicherweise mit internationalen Serien-News – wie lang die sind, hängt davon ab, ob Annemarie bei der Aufnahme dabei ist oder nicht;  die meisten News liefert nämlich die Dame im Team. Es folgt die Besprechung der ersten Serie, dann kommen News über deutsche Serien, die zweite Serie, ein kurzer gemischter Block, und den Abschluss bildet die dritte Serie. Auf der Homepage zum Podcast sind unter dem Eintrag zur jeweiligen Episode außerdem die Wertungen der einzelnen Team-Mitglieder zu allen besprochenen Serien in Prozent zu sehen.

Wie’s ist: An zwei Wochenenden im Monat gehört Fortsetzung folgt zu meinen Podcast-Highlights. So manche gute Serie wäre mir entgangen, wenn ich den Podcast nicht abonniert hätte – zuletzt etwa das goßartige „The Detour“. Was ich sehr mag, ist, dass meistens jedes Team-Mitglieder zumindest die erste Folge jeder besprochenen Serie geschaut hat und seinen Senf dazugeben kann. Und wenn man Fortsetzung folgt eine Weile gehört hat, kann man auch einschätzen, wessen Serien-Geschmack man teilt und wie man mit den Besprechungen bewerten kann. Die Gespräche über die Serien sind dabei nicht über-analysierend, sondern stets nachvollziehbar. Und zumindest für mich persönlich bekommt der Podcast einen kleinen Pluspunkt für den vertrauten Thüringischen Dialekt.

Face of Death

Der erste Podcast, den ich im Rahmen meines kleinen Projekts vorstellen möchte, existiert noch gar nicht so lange. Am 16. März erschien die Nullnummer, und eine Woche später kam die erste reguläre Folge von Face of Death heraus.

Worum’s geht: In Face of Death dreht es sich um wahre Kriminalfälle. In jeder Episode besprechen die beiden Macher einen Mordfall – wobei es sich dabei um gelöste oder ungelöste, weithin bekannte oder auch eher unbekannte Fälle handeln kann. In den bisherigen Folgen kamen so zum Beispiel schon die „Black Dahlia“, der Kreuzworträtselmord von Halle-Neustadt und der Mord an Rosemarie Nitribitt, aber auch der Fall vom „Boy in the Box“ und der vom „Heulmeisje“ zur Sprache.

Wer’s macht: Hinter dem Podcast stehen zwei Herren namens Hatti und Klaus. Letzterer betreibt auch das Podcast Versuchslabor und den Raucherbalkon.

Wie’s abläuft: Großartig, weil äußerst atmosphärisch ist schon mal das Intro des Podcasts, das zugleich den Ton setzt für die anschließende Episode. Nach einer kurzen Feedback-Runde stellt ein Einspieler die Fakten des Falles vor, woraufhin Hatti und Klaus ihn ausführlich besprechen. Zartbesaitete Hörer seien bei dieser Gelegenheit gewarnt: Eingedenk der behandelten Themen kann es gerne mal blutig zugehen – auf jeden Fall aber beängstigend. Ist der Fall beschrieben, dann geht es an die Ermittlungsarbeit beziehungsweise – in Fällen, die bis heute nicht geklärt sind – an die Vorstellung möglicher Täter. Dabei reißen Hatti und Klaus lediglich am Rande mögliche Verschwörungstheorien an und konzentrieren sich stattdessen eher auf tatsächliche Verdächtige. Den Abschluss jeder Episode bildet ein Rätsel, bei dem die Hörer üblicherweise einen bekannten Mörder erraten sollen.

Wie’s ist: Da ich ohnehin ein ganz großer Fan von Kriminalfällen bin (bei der Gelegenheit eine Empfehlung: Das Magazin Stern Crime ist großartig!), bin ich froh, Face of Death entdeckt zu haben. Ich mag die Mischung aus bekannten und unbekannten Fällen sehr, wobei aufgrund der detailreichen Aufbereitung auch den bekannten Fällen noch Aspekte hinzugefügt werden, von denen man wahrscheinlich noch nichts gehört hat. Vorausgesetzt, dass man nicht grundsätzlich eine Abneigung gegen Berichte über Mord und Totschlag hegt, sollte man unbedingt mal in Face of Death reinhören.

Abonnieren kann man Face of Death über diesen Link.